Unser Gehirn baut ein Feld aus Radiowellen auf, das in wechselseitigem Kontakt mit dem Nervensystem Bewusstsein erzeugt, behauptet ein englischer Wissenschaftler. Das sei auch der Grund, warum wir unseren Geist nicht als etwas Körperliches empfinden. Die Radiowellen rufen Bewusstsein hervor, indem sie im Gehirn gespeicherten Informationen zu einem erlebbaren Gesamtbild zusammenfügen, schreibt Johnjoe McFadden im “Journal of Consciousness Studies” (Ausg. 9, Nr. 4).
McFadden glaubt, dass seine These ein Rätsel der Bewusstseinsforschung lösen kann, das sogenannte “Bindungsproblem”: Zusammengehörende Informationen werden an verschiedenen Orten der Großhirnrinde abgelegt und können trotzdem im Bewusstsein problemlos wieder verbunden werden: So ist etwa der Name des Hundes unseres Nachbarn im Schläfenlappen gespeichert, während das Gehirn sich die äußere Gestalt des Tieres im Scheitellappen merkt. Wenn der Hund um die Ecke gelaufen kommt, erkennen wir ihn sofort an seinem Aussehen und wissen auch gleich seinen Namen. Nach McFadden ruft dazu der visuelle Eindruck eines Hundes im Gehirn elektrische Nervenaktivitäten hervor, die ein Radiofeld aufbauen. Von diesem Feld werden dann die zum Hund gehörenden Erinnerungen aktiviert, etwa sein Name.
Die meisten Forscher favorisieren jedoch andere Lösungen des Bindungsproblems. So berichtete kürzlich etwa der amerikanische Hirnforscher John Hart von der Universität Arkansas, dass es vermutlich das Zwischenhirn ist, das Erinnerungen in der Hirnrinde gezielt im Bewusstsein verbindet. Darauf würden seine Messungen von Hirnströmen an der Kopfoberfläche hindeuten.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





