Weltweit erkranken immer mehr Menschen am insulinabhängigen Diabetes Typ 1. In den zurückliegenden 30 Jahren habe sich die Zahl der Patienten, die meist schon im jugendlichen Alter erkranken, verdoppelt, sagte der Wissenschaftler Michael Schlosser auf dem 5. Greifswalder Diabetikertag im Klinikum Karlsburg (Mecklenburg-Vorpommern). In einer Studie sucht eine Forschergruppe um Manfred Ziegler seit 1995 nach Möglichkeiten, das Risiko für Diabetes Typ 1 möglichst frühzeitig zu erkennen.
Dafür wurden von mehr als 12 000 Kindern und Jugendlichen Blutproben auf das Vorhandensein von vier Antikörpern hin untersucht, die bei über 95 Prozent der insulinabhängigen Typ 1- Diabetiker zum Zeitpunkt der Erkrankung nachweisbar sind. “Kinder mit einem positiven Antikörper-Befund wurden zu einer Nachuntersuchung eingeladen.
Dabei ging es um die genetische Veranlagung”, sagte Schlosser, der seit mehreren Jahren in der Gruppe mitarbeitet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Kinder mit hoher Konzentration mehrerer der gesuchten Antikörper alle auch eine genetische Veranlagung für den Diabetes-Typ 1 haben. Bei diesem Typ produziert der Körper kein eigenes Insulin mehr, weshalb Patienten einen künstlichen Ersatzstoff spritzen müssen.
Je höher die Zahl der verschiedenen Antikörper im Blut der Betroffenen, desto höher ist das Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, erläuterte Schlosser. Zwar sei die Medizin bislang nicht in der Lage, selbst bei einer Früherkennung des Risikos einen möglichen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. “Aber wenn ein Medikament herauskommen sollte, wollen wir in der Lage sein, Betroffene möglichst frühzeitig und sicher erkennen und dann auch behandeln zu können.”
dpa





