Wissenschaftler der Universität von Virginia haben Mäuse genetisch so verändert, dass sie mit einem einfachen Futterzusatz ihre Fellfarbe ändern. Sobald sie dem Trinkwasser eine bestimmte Nährlösung hinzufügen, wird ein genetischer Schalter betätigt, und das weiße Fell der Nager wird braun. Ist der Zusatz verbraucht, wird es wieder weiß, berichten die Autoren in der Zeitschrift “Genes & Development”.
Als Schalter benutzte die Forschergruppe um Scrable das so genannte “Lac Operon”, eine Gensequenz des Bakteriums E. coli, das für den Milchzucker-Stoffwechsel zuständig ist. Diese Gensequenz wurde in das Erbgut einer Mäuserasse eingefügt, so dass deren Organismus das Enzym Tyrosinase nur dann produziert, wenn ein Milchzucker-analoges Nährmedium namens IPTG vorhanden ist. Tyrosinase wiederum verschlüsselt ein anderes Enzym, das für die Fellfarbe nötig ist. Die Folge: Ohne IPTG sind die Mäuse Albinos, erhalten sie den Zusatz, wird ihr Fell braun. Dieser Effekt tritt nicht nur bei erwachsenen Mäusen auf, sondern auch bei Embryos, die IPTG über das Trinkwasser der Mutter bekommen.
Die Autoren bezeichnen ihre Entwicklung als “revolutionär neues System”, das es erlaube, künftig eine viel größere Zahl biologischer Fragen experimentell zu klären.
Frank Eckhardt





