Erstmals haben Ärzte einen Weg gefunden, um möglichen Leukämie-Erkrankungen bei Kindern vorzubeugen. Australische Forscher haben entdeckt, dass Folsäure- und Eisengaben während der Schwangerschaft, das Risiko für die Kinder mehr als halbieren. Das berichtet das in London erscheinende Ärzteblatt “The Lancet” (Bd. 358, S. 1935).
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 600 Kinder an der sogenannten “akuten lymphatischen Leukämie” kurz “ALL”. Es ist die häufigste Art von Blutkrebs unter Kindern. Forscher um Judith Thompson von der Krebsstiftung West-Australien haben nun die Lebensgewohnheiten von Familien mit Kindern, die an ALL erkrankt sind, untersucht und mit Familien verglichen, die gesunde Kinder haben. Dabei stießen sie auf die Schutzwirkung der Folsäure.
Auch Eisen-Gaben alleine reduzieren bereits das Risiko, wenn auch nur um etwa 25 Prozent. Kombinierte Eisen- und Folsäure-Ergänzungen senken die Gefahr für die Kinder dagegen um 60 Prozent. Wann und wie oft Mütter die entsprechenden Präparate zu sich nehmen, ist dabei wenig entscheidend, schreiben die Forscher.
Viele Ärzte warnen indes vor zu hohen Folsäure-Gaben in der Schwangerschaft. Das wasserlösliche Vitamin kann dem Embryo auch schaden und zum Beispiel Fehlentwicklungen des Nervensystems begünstigen.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





