Der Beginn der Wechseljahre bei Frauen könnte von den Jahreszeiten beeinflusst werden. Das schließen ungarische Forscher aus den Ergebnissen einer Umfrage, in der sie 102 Frauen im Alter von 43 bis 67 Jahren zum Zeitpunkt ihrer letzten Monatsblutung befragt hatten. Demnach hatten bei fast der Hälfte der Teilnehmerinnen die Blutungen im Frühjahr aufgehört, während nur jeweils etwa 20 Prozent vom Ende der Monatsblutungen im Sommer, Herbst oder Winter berichteten. Welche Vorgänge im Körper durch den Wechsel der Jahreszeiten beeinflusst werden, können János Garai und seine Kollegen von der Universität in Pécs jedoch noch nicht sagen. Sie beschreiben ihre Studie in der Fachzeitschrift Human Reproduction (Online-Veröffentlichung, DOI: 10.1093/humrep/deh260).
Biologisch betrachtet enden die regelmäßigen Monatsblutungen einer Frau, wenn etwa 99 Prozent aller in dem Eierstöcken angelegten Eizellen verbraucht sind. Danach verlieren die Eierstöcke ihre Fähigkeit, ausreichend Hormone ? besonders Östrogene ? zu produzieren. Darauf reagiert der Körper mit zum Teil gravierenden Veränderungen: So wird beispielsweise der Zyklus aus Erneuerung und Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut unregelmäßig und hört schließlich mit der Menopause, der letzten Monatsblutung, ganz auf. Im Durchschnitt sind die Frauen in Deutschland dann etwa 50 Jahre alt.
Schon länger ist bekannt, dass nicht nur biologische, sondern auch äußere Faktoren den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen können. Nach den Ergebnissen der ungarischen Forscher könnten dazu auch die Jahreszeiten gehören: Bei 40 Prozent der Frauen, die die Wissenschaftler befragt hatten, lag der Zeitpunkt ihrer letzten Periode im Frühjahr. Bei knapp 17 Prozent endeten die Monatsblutungen im Sommer, bei knapp 23 Prozent im Herbst und bei etwa 21 Prozent im Winter.
Die Forscher haben auch eine Vermutung, welcher Faktor bei dieser Jahreszeitenabhängigkeit eine Rolle spielen könnte: Das Schlafhormon Melatonin, das in der Hypophyse abhängig von der Tageslänge und der Helligkeit gebildet wird, kann an die Eierstöcke binden und dort die Produktion von Steroid-Hormonen beeinflussen. Das sei jedoch mit Sicherheit nicht der einzige Faktor, schreiben die Forscher. Welche Mechanismen außerdem eine Rolle spielen, wollen sie in weiteren Untersuchungen klären.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





