Eine neue Methode zur Früherkennung von Brustkrebs hat Britton Chance von der University of Pennsylvania auf der Jahrestagung der American Physical Society in Seattle vorgestellt. Sie beruht auf der Verwendung von Molekülen, die sich in Krebsgewebe anreichern und dort messbare Fluoreszenzstrahlung erzeugen. Die Methode wurde in Versuchen mit Mäusen entwickelt, erste Studien an Menschen haben begonnen.
Für das Nachweisverfahren wird eine Verbindung (Tricarbocyanin) injiziert, deren Fluoreszenz durch eine umhüllende Eiweißverbindung verhindert wird. Nur bei Kontakt mit Krebszellen wird das Hüllprotein enzymatisch gespalten. Dabei entsteht Fluoreszenzstrahlung, die durch ein speziell entwickeltes Messgerät nachweisbar ist und wie ein Leuchtfeuer die genaue Lage des Tumors anzeigt.
“Molekulare Leuchtfeuer sind wie Leuchttürme, die ausgeschaltet sind, bis sie von einem Krebsenzym eingeschaltet werden”, erklärt Chance. Die neue Methode soll empfindlicher sein als die Mammographie, die auf Röntgenstrahlung beruht. “Unser Ziel ist der Nachweis von ein bis zwei Millimeter großen Tumoren tief in der Brust”, sagt Chance. Im Mammogramm können Tumore erst ab einer Größe von fünf Millimetern erkannt werden.
Im Gegensatz zum röntgenologischen Verfahren wird die neue Methode durch die Dichte des Brustgewebes nicht beeinflusst. Dadurch könnte die Zuverlässigkeit der Krebsfrüherkennung insbesondere für genetisch vorbelastete Frauen unter 40 Jahren verbessert werden. Es ist geplant, das Verfahren auch zum Nachweis anderer Krebsarten, wie zum Beispiel dem Prostatakarzinom, einzusetzen.
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Joachim Czichos





