Zukünftig können Chirurgen mit einem Endoskopie-Trainingssystem komlizierte Eingriffe in der sogenannten “Knopflochchirurgie”, der minimal invasiven Chirurgie, trainieren. Das System wurde von Forschern des Instituts für Angewandte Informatik am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelt.
Das Trainingssystem besteht aus zwei Komponenten: Einerseits das “Phantom”, eine Imitation des Bauchraumes mit elektromechanischer Instrumentenführung, wo typische Instrumente der “Knopflochchirurgie”, wie Klammerhalter, Scheren und Endoskope, untergebracht sind. Mit den Instrumenten können die Chirurgen im Bauchraum hantieren und somit an realen Geräten üben.
Die zweite Komponente stellt eine graphische Hochleistungs-Workstation dar, die den Bauchraum von innen darstellt und die Bewegung mit den Instrumenten zeigt. Diese graphische Workstation enthält eine Simulations-Software, die alle notwendigen Berechnungen durchführt und das virtuelle endoskopische Bild in Echtzeit erzeugt. Der Benutzer kann also mit den Geräten im Bauchraum-Imitat operieren und gleichzeitig seine Eingriffe am Bildschirm beobachten. Die dargestellten Organe und Blutgefäße reagieren realitätsnah – sie sind deformierbar und bluten nach Schnitten.
Damit können verschiedene Aspekte einer minimal invasiven Operation geübt werden: Der Operations-Ablauf, der Gebrauch neuer Instrumente und die Zusammenarbeit im Team. In einem Trainingsprogramm können auch Komplikationen und anatomische Besonderheiten miteinbezogen werden. Aufeinander folgende Operationsschritte können beliebig wiederholt oder gelungene Sequenzen reproduziert werden.
In einem weiteren Projekt sollen Grundlagen und Technologien für ein haptisches (den Tastsinn betreffendes) Bediensystem als Komponente von solchen Trainersystemen entwickelt werden. Damit kann der Benutzer den Widerstand der Organe fühlen und sie sozusagen ertasten. Bisher trainiert der Chirurg virtuell ohne den natürlichen Widerstand des betreffenden Organs.
Mehr Informationen zu Hilfsmitteln in der “Knopflochchirurgie” erhalten sie im bdw-Newsarchiv.
Jutta Perkert





