Einen ausgeklügelten Schutzmechanismus vor Fressfeinden hat der in Südamerika beheimatete rotäugige Baumfrosch entwickelt: Seine Embryos schlüpfen bei einem Angriff einfach früher aus ihren Eiern. US-Biologen um Karen Warkentin von der Boston University haben beobachtet, dass die Embryos beim Biss einer Baumschlange in das geleeartige Gelege ihre Eihüllen sprengen und sich ins Wasser fallen lassen, um zu fliehen – und das bis zu zwei Tage vor dem normalen Geburtstermin, der sechs bis acht Tage nach der Befruchtung der Eier liegt. Mit einem empfindlichen Messgerät, das auf Erschütterungen reagiert, fand Warkentin heraus, dass der Mechanismus durch die speziellen Vibrationen ausgelöst wird, die der Schlangenbiss verursacht. Auf Regentropfen oder Wind reagieren die Froschembryos nämlich überhaupt nicht.





