Genetiker wissen schon lange, dass das Protein “c-Jun” notwendig ist, um den Rücken von Fruchtfliegenembryos während ihrer Entwicklung zu schließen. Dabei bewegen sich Hautzellen von beiden Seiten auf die offene Mittellinie des Rückens zu und verschmelzen dort. Ein ähnlicher Prozess läuft bei der Wundheilung von Säugetieren ab: An den Rändern einer Wunde werden zuerst neue Hautzellen gebildet, die dann aufeinander zuwandern und die Wunde schließen. Nach der Aufklärung dieses molekularen Mechanismus steht nun der Weg für die Entwicklung eines Medikamentes zur Verbesserung der Wundheilung beim Menschen offen.
Das Protein “c-Jun”, das für die normale Entwicklung von Fliegenembryos unerlässlich ist, unterstützt bei Säugern die schnelle Heilung von Schnitten oder Platzwunden. Diabetiker oder Patienten mit Brandwunden können nun auf die Entwicklung eines Medikamentes hoffen, das ihre Wundheilung verbessert. Das berichten Biologen von der Universität in San Diego in der Fachzeitschrift “Developmental Cell” (Juni-Ausgabe).
Die Biologen um Randall Johnson kamen der Funktion des Proteins bei der Untersuchung von mutanten Mäusen ohne “c-Jun” auf die Spur. Obwohl Mäuse normalerweise blind zur Welt kommen, hatten diese bei ihrer Geburt offene Augen. Außerdem heilten die Wunden erwachsener Mäuse langsamer . Die zugrunde liegende Fehlfunktion beruht darauf, dass sich neu gebildete Hautzellen sowohl an den Augenrändern als auch an Wundrändern aufstauen und sich nicht über die Ränder hinweg bewegen.
ddp/bdw ? Christine Harbig





