Das dritte Antennensegment der Fliege ist als primäres Riechorgan zusätzlich mit zahlreichen Geruchsrezeptoren ausgestattet. Hör- und Riechfunktionen stören sich dennoch nicht, da das Ohr erst durch den Drehmechanismus eingeschaltet werden muss. “Fliegen drehen ihre Nase, um zu hören”, schreiben die Autoren.
Die Fruchtfliege Drosophila melanogaster schaltet durch eine Drehung ihres dritten Antennensegments ihre Ohren ein. Ausgeschaltet dient das gleiche Körperteil als Geruchsorgan. Diesen ungewöhnlichen Mechanismus haben Martin Göpfert und Daniel Robert von der Universität Zürich aufgeklärt. Sie berichten darüber im Fachblatt Nature.
Der Mechanismus entspricht dem Einstecken und Drehen eines Schlüssels im Schloss. Der Schlüssel befindet sich in Form eines am Ende gebogenen Stifts am dritten Segment der Antennen. Wenn ein federartiger Fortsatz dieses Antennenteils das Balzlied einer anderen Fruchtfliege empfängt, dreht sich das Segment um die Längsachse bis der Stift in eine Vertiefung – das Schlüsselloch – im zweiten Segment einrastet. Die jetzt durch den Gesang verursachten Vibrationen erzeugen Drehbewegungen des Schlüssels, wodurch der Bart, das gebogene Ende des Schlüssles, Hörrezeptoren aktiviert.
Joachim Czichos





