Wer möglichst viel Fischöl zu sich nimmt, senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, wie Wissenschaftler der Texas A&M University herausfanden. Im Gegensatz dazu schützt Öl aus Saaten nicht, sondern fördert sogar die Entstehung des Tumors. Der Grund hierfür scheint die Fettsäurezusammensetzung zu sein. So fördert Öl aus Saaten die Zellteilung im Krebs, während das des Fisches Tumorzellen in den programmierten Selbstmord treibt.
Joanne Lupton und Raymond Carroll arbeiteten seit vier Jahren zusammen, um der positiven Wirkung von Fischöl und der negativen von Getreideöl auf den Grund zu gehen. Durch Verabreichen einer Krebs erregenden Substanz lösten sie in Labormäusen Dickdarmkrebs aus und fütterten die Tiere anschließend entweder mit einer fischöl- oder getreideölreichen Diät. Nun beobachteten sie die Zusammensetzung der Fettsäuren in den Zellmembranen der Darmzellen.
Hierbei richteten sie ihr Augenmerk auf die Darmzotten, die meist Entstehungsort des Tumors sind. Diese zipfeligen Auswüchse sind aus drei Zellschichten aufgebaut, die sich jeweils von innen erneuern und die oberste Zellschicht abstoßen. Besonders betroffen durch die Krebs fördernde Substanz waren die innersten Zellen, da sie am stärksten von Blutgefäßen durchzogen sind. Da das Karzinogen mit dem Blutstrom transportiert wird, sind diese Zellen ihm auch am stärksten ausgesetzt.
Nach Genuss von Fischöl löst das Karzinogen nur auf einer Zottenseite des Darms Krebs aus, das heißt auf der rechten oder linken Seite, während bei Getreideöl beide Zottenseiten gleich stark betroffen sind, es hat damit keine schützende Wirkung. Beide Zottenseiten sind gleich stark betroffen. “Das Ergebnis war überraschend, da solche negativen Korrelationen in der Biologie nur selten zusammentreffen”, beschreibt der an der Untersuchung beteiligte Biostatist Jeffrey Morris.
Dr. Dagmar Knopf





