Die kommerzielle Fischerei kann zur ungewollten “Züchtung” immer kleinerer Fische führen, warnen Forscher der amerikanischen Stony-Brook-Universität. Wenn immer nur die großen Exemplare einer Fischart gefangen werden, die kleinen durch die Maschen der Netze jedoch entkommen können, entstehe ein evolutionärer Druck, der bereits in wenigen Generationen die Durchschnittsgröße deutlich absinken lasse. Das schreiben David O. Conover und Stephan B. Munch im Fachmagazin “Science” (Ausg. 297).
Nachgewiesen haben die Wissenschaftler das Phänomen an Gezeiten-Ährenfischen, einer kleinen Meeresfischart. Bereits nach vier Generationen war die durchschnittlich erreichte Größe der Tiere in dem Versuchsbestand stark zurückgegangen, nachdem die Meeresbiologen immer jeweils die großen Fische entfernt hatten.
Die Studie zeige, dass wohlgemeinte Konzepte zur ökologisch verträglichen Fischerei auch einen gegenteiligen Effekt haben können, erläutert Conover. Wenn sich die Ergebnisse auch bei frei lebenden Fischen bestätigten, müssten diese Ansätze noch einmal überdacht werden. Wahrscheinlich sei es die bessere Alternative, auch kleinere Fische zu fangen und stattdessen Schutzzonen einzurichten, in denen sich die Fischbestände wieder erholen können.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





