Immer wieder warnen Forscher vor neuen Arten, die von Menschen eingeschleppt werden und das bisherige Ökosystem verändern. Welche Folgen menschliche Leichtfertigkeit haben kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem amerikanischen Yellowstone-Nationalpark. Dort bedroht ein Fisch den Bestand der einheimischen Hirsche, der Wapitis. Das berichten US-Wissenschaftler um Arthur D. Middleton von der University of Wyoming in Laramie.
Vor rund 20 Jahren war im Yellowstone-See die amerikanische Seeforelle (Salvelinus namaycush) illegal ausgesetzt worden. Die Fische verdrängten mit der Zeit die bis dahin im See ansässigen Cutthroat-Forellen (Oncorrhynchus clarkii) – auch deshalb, weil sie deren Junge fraßen. Die Cutthroat-Forellen waren aber wiederum ein Lieblingsfressen der rund 70 Grizzlys, die im Park leben. Sie waren für die Tiere leicht zu erbeuten, wenn sie in den Zuflüssen des Sees ablaichten – im Gegensatz zu den Invasoren, die das auf dem Seegrund tun.
Die hungrigen Bären fressen deshalb inzwischen immer mehr junge Wapitis, deren Population bereits um etwa elf Prozent zurückgegangen ist. Middleton befürchtet, dass durch die neuen Fressgewohnheiten der Grizzlys das gesamte Nahrungsnetz im Yellowstone-Park durcheinander gebracht werden könnte – mit unabsehbaren Folgen.





