Wenn es auf der Erde wärmer wird, brechen mehr Vulkane aus. Bisher war nur bekannt, dass die Eruptionen umgekehrt das Klima verändern können. Die neue überraschende Erkenntnis ist das Ergebnis einer deutsch-amerikanischen Studie von Wissenschaftlern um Steffen Kutterolf vom GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Kutterolf hatte jahrelang die Vulkane Zentralamerikas erforscht und anhand von Ascheablagerungen am Meeresboden die Geschichte der Vulkanausbrüche in den vergangenen 460 000 Jahre rekonstruiert. Dabei fiel ihm auf, dass es Epochen mit deutlich mehr großen Eruptionen gab.
Genauere Analysen der Klimageschichte in der Region ergaben, dass die Phasen starker Vulkanaktivität stets leicht verzögert auf schnelle globale Temperaturanstiege und damit verbundene Eisschmelzen folgten. Das gleiche Bild zeigte sich bei der Überprüfung von Bohrkernen aus dem gesamten Pazifikraum. Mithilfe geologischer Computermodelle gelang es den Wissenschaftlern, die Erklärung für das Phänomen zu liefern: Wenn sich das Klima erwärmt, schmelzen die Gletscher auf den Kontinenten, und der Meeresspiegel steigt. Dadurch lastet weniger Gewicht auf den Kontinenten und mehr Gewicht auf dem ozeanischen Untergrund. In der Folge bauen sich Spannungen im Erdinneren auf, und in der Erdkruste entstehen vermehrt Risse, durch die Magma aufsteigen kann.





