Übergewicht und Fettleibigkeit sind in den USA so stark verbreitet, dass sie Rauchen und Trinken als Krankmacher vom ersten Platz verdrängt haben. Das berichtet das British Journal of Public Health in seiner jüngsten Ausgabe.
Wissenschaftler des gemeinnützigen Forschungsinstituts RAND stellten fest, dass die Lebensqualität bei drei von fünf erwachsenen Amerikanern stark unter den Auswirkungen des Übergewichts leidet. Übergewicht und Fettleibigkeit haben einen epidemischen Charakter angenommen und seien verantwortlich für mehr chronische Krankheiten als andere Formen eines ungesunden Lebens.
In ihrer Studie verglichen Roland Sturm und Kenneth Wells die Effekte, die die bekannten Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Trinken oder das Leben in Armut haben mit dem Risiko, das von Übergewicht und Fettleibigkeit ausgeht. Sie analysierten die Umfrageergebnisse von 9.585 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern, die telefonisch Auskunft über Größe, Gewicht, Einkommen, Rauch- und Trinkgewohnheiten und ihren Gesundheitszustand gaben. Mit Hilfe des Body Mass Index (BMI) definierten die Forscher Übergewicht und Fettleibigkeit. 36 Prozent der Befragten waren übergewichtig, 23 Prozent waren fettleibig.
“Übergewicht, das in allen Bereichen der amerikanischen Gesellschaft zunimmt, wurde verglichen mit Initiativen gegen das Rauchen und Trinken bislang nicht genügend Beachtung geschenkt”, kommentierten die Wissenschaftler ihre Untersuchungsergebnisse. Effektivere wissenschaftliche und öffentliche Auseinandersetzung mit der Problematik sei unverzichtbar.
Marion Herzog





