Wissenschaftler des National Sea Grant College haben eine neue Antibiotikaklasse in Fischen entdeckt. Die Antibiotika auf Peptidbasis könnten Einfluss auf die Behandlung von Menschen und Tieren haben, so die Forscher. Das Antibiotikum trägt den Namen “Piscidin”, benannt nach dem lateinischen Ausdruck für Fisch und wurde aus den Mastzellen des Felsenbarsches isoliert.
Die Antibiotika könnten gegen bakterielle Krankheitserreger, darunter auch multiresistente Bakterien, eingesetzt werden, sagte der Meeresforscher Ed Noga. Durch die Neuartigkeit der Struktur sei es möglich, innovative Medikamente zu entwickeln. Laut North Carolina Sea Grant-Direktor Ron Hodson hat das Peptid-Antibiotikum auch positive Auswirkungen auf die Aquakultur sowie die Veterinärmedizin.
Die industrielle Aquakultur nimmt in den USA einen hohen Stellenwert ein. Im Jahr 2000 erzielte der Verkauf an Meeresprodukten rund 21 Millionen Dollar. Der Felsenbarsch gilt als der am dritthäufigsten verkaufte Fisch und bringt der industriellen Aquakultur etwa 5,3 Millionen Dollar. “Das Antibiotikum ist ein neuer Ansatz zum Schutz des Felsenbarsches, aber auch anderer Fischen vor Erkrankungen”, erklärte Noga. Es könnten dadurch Gesundheitskosten gespart und sicherere Produkte geschaffen werden.
Im nächsten Schritt wollen die Forscher nach Mastzellen in anderen Tierarten, aber auch beim Menschen suchen, die Antibiotika beinhalten. In zwölf Monaten soll ein Ergebnis vorliegen. Mastzellen sind Zellen im Immunsystem. Sie kommen in jedem Gewebe wie der Haut oder dem Gastrointestinaltrakt vor. Unklar ist allerdings, ob die Mastzellen in Fischen der selben Zelllinie entstammen wie die der Säugetiere.
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