Augentropfen mit Atropin helfen schwachsichtigen Kindern offenbar ebenso gut wie das Tragen einer Augenklappe. Die Tropfen würden dabei als erheblich angenehmer empfunden, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift “Ophthalmology” (August-Ausgabe). Bei Kindern mit Schwachsichtigkeit ? auch Amblyopie genannt ? ist ein Auge durch ständigen Nichtgebrauch deutlich schlechter als das andere.
Die aus der Tollkirsche gewonnene Substanz Atropin erweitert beim Einträufeln ins Auge die Pupille und wird daher oft in der Augenheilkunde verwendet. Das Team um Michael Repka von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) verglich nun in einer Studie mit über 1.400 Kindern Atropin mit der üblichen Strategie bei Amblyopie: dem Tragen einer Augenklappe über dem gesunden Auge. Nachdem die einprozentige Atropinlösung anfangs etwas langsamer zu wirken schien, war bereits nach sechs Monaten kein Unterschied mehr zwischen beiden Methoden zu erkennen.
Das Atropin wurde dabei in das gesunde Auge getröpfelt, berichten die Wissenschaftler. Und obwohl beide Behandlungsstrategien von den Kindern gut akzeptiert wurden, schien die Atropin-Methode doch insgesamt mehr Anklang zu finden.
Diese Ergebnisse widersprechen früheren Studien, in denen das Atropin als weniger wirksam beschrieben wurde, erklärt Repka. Doch nach dieser neuen Untersuchung sei die pupillenerweiternde Substanz aus der Tollkirsche durchaus geeignet, milde bis mäßige Formen der Schwachsichtigkeit effektiv zu behandeln.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





