Während seiner Entwicklung passt der Fangschreckenkrebs sein Sehsystem den jeweiligen Lichtverhältnissen seiner Umgebung an. Er bildet spezielle Farbfilter vor seinen Lichtsinneszellen aus, mit denen sein Sehsystem das vorhandene Licht besser ausnutzen kann. Das haben amerikanische Forscher bei den Meerestieren beobachtet. Über ihre Entdeckung berichten Thomas Cronin von der University of Maryland, Baltimore County, und seine Kollegen im Fachmagazin Nature (Vol. 411 Iss. 6837 Date. 31 May 2001).
Fangschreckenkrebse kommen in unterschiedlichen Meerestiefen vor: Sie leben sowohl im seichten Wasser als auch bis zu 30 Meter tief. In den unterschiedlichen Tiefen herrschen völlig andere Lichtverhältnisse. Mit Hilfe ihres Filtersystems können die Krebse ihr Sehsystem den jeweiligen Gegebenheiten anpassen.
Die lichtverändernden Eigenschaften der Filter variieren daher mit der Tiefe des Wassers, in der die Fangschreckenkrebse leben. Tieren, die in sehr flachem Wasser beheimatet sind, steht ein sehr breites Farbenspektrum zur Verfügung. Diese Exemplare haben Filter, die manche Photorezeptoren auch noch bei sehr langen Wellenlängen das Licht absorbieren lassen. Solche Lichtsinneszellen wären aber ab etwa zehn Meter Tiefe vollkommen nutzlos, da das Licht dort fast ausschließlich aus sehr kurzen Wellenlängen besteht. Fangschreckenkrebse, die in einer solchen Umgebung aufwachsen, bilden daher Filter aus, die das Licht kürzerer Wellenlängen für die Photorezeptoren verwertbar machen.
Die Forscher haben mit Hilfe von Laborversuchen herausgefunden, dass die Ausprägung dieser Filtersysteme während der Entwicklung der Tiere vonstatten geht und von der Umgebung direkt beeinflusst wird. Es ist das erste Mal, dass ein solches einstellbares Farbsehsystem beobachtet wurde.
Cornelia Pfaff





