Also vielleicht ist der Osterhase eigentlich ein Klippdachs “aus dem Osten”. Kulturgeschichtlich gibt es aber auch noch einfachere Erklärungen, wie der Hase plötzlich zum Eiermann wurde. Zum Beispiel die Schuldentheorie: Der Gründonnerstag war ursprünglich traditionell der Tag, an dem man seine angesammelten Schulden bezahlte und zwar oft in Naturalien und dann gern mit Hasen oder Eiern, wie manche Erklärungen vermuten. Oder liegt der Hase im Pfeffer, weil eine unbegabte Osterbäckerin im 17. Jahrundert versuchte ein Lamm zu backen, das Symbol für Christus, und es misslang ihr einfach ordentlich?
Dann stehen Hasen natürlich wie die Eier selbst auch für Fruchtbarkeit, nicht umsonst vermehren sie sich wie die Karnickel. In Irland spielt übrigens noch ein ganz anderes Tier eine große Rolle an Ostern: Der Hering. In der Fastenzeit müssen die armen Iren soviele Heringe zu sich nehmen, dass sie diese rituell bestatten, wenn die Osterzeit endlich gekommen ist.
Und dann gibt es noch einen ganzen Kontinent, der den Osterhasen einfach mal abgeschafft hat: In Australien kauft man statt Schokohasen im Supermarkt Schoko-Bilbys. Auf deutsch ist das der “Große Kaninchennasenbeutler”. Der Grund dafür: Kaninchen gelten in Australien als Landplage und da wird dann auch nicht mehr groß differenziert, ob nun Hase oder Kaninchen. “Wieso”, dachten sich die Australier, “sollten wir eine Plage feiern an Ostern?” Also wurde der Osterhase kurzerhand ersetzt. Immerhin hat der Bilby immer einen praktischen Beutel bei sich: Für die Eier. Und die Form des Schokotiers ist doch recht ähnlich wie die des Hasens. Vielleicht sprachen also auch praktische Argumente der Schokolatiers für den Bilby.





