Regelmäßiger Kokainkonsum macht nicht nur süchtig, er erhöht auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, wie amerikanische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. Im Rahmen einer Studie konnten Forscher der University of Buffalo rund ein Viertel aller nicht-tödlichen Herzinfarkte in der Altersgruppe der 18-45-Jährigen auf Kokaingenuß zurückführen. Das Herzinfarktrisiko dieser Kokainkonsumenten ist insgesamt siebenmal so hoch wie bei Personen, die kein Kokain schnupfen, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Circulation”.
Unklarheit besteht derzeit noch, welche Faktoren beim Kokaingenuß die herzschädigende Wirkung tatsächlich auslösen. “Die Einnahme von Kokain erhöht die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin an den Nervenenden, was wiederum zu einem Anstieg der Herzfrequenz und erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens führt. Es wurde auch nachgewiesen, das Kokain Arteriosklerose bei jungen Patienten beschleunigt”, sagt der Neurochirurg Adnan Qureshi, einer der Autoren der Studie. Laut Qureshi zeigen die Ergebnisse der Studie, dass eine andere Einstellung gegenüber dem Konsum von Kokain bei jüngeren Menschen das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen reduzieren könnte.
Für die Untersuchung griffen die Forscher auf die Daten der landesweiten Gesundheitsstudie “National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III)” zurück, bei der 40.000 US-Bürger von 1988 bis 1994 untersucht wurden. Ein Zusammenhang zwischen Kokainkonsum und einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle konnten die Wissenschaftler nicht feststellen.
Almut Bruschke-Reimer





