“Aids ist nicht unter Kontrolle, wir müssen weiterhin etwas tun”, sagte Schwartländer. Nur in West-Europa und den USA seien die Zahlen der Infizierten und Erkrankten stabil. In Russland hingegen sei die Zahl registrierter Infektion von 15 000 in 1999 auf 55 000 im vergangenen Jahr explodiert. In der Ukraine wurden vor 1995 noch so gut wie keine Infektionen verzeichnet. Seitdem wurden dort jedoch 20 000 Neuinfektionen diagnostiziert.
Neben Behandlungsstrategien steht die Ausweitung der HIV- Infektionen in Osteuropa im Zentrum des viertägigen Kongresses. Der von Selbsthilfegruppen neu gegründete Verein “connect plus” will mit Hilfe eines Fachkräfteaustauschs die deutschen Erfahrungen mit Aids an osteuropäische Länder weitergeben. Das berichtete Sprecher Frieder Alberth. Die Erlöse des Aids-Galaabends am Freitag in Berlin sollen dem Verein zugute kommen.
Schon im Vorfeld des Kongresses wurde eine bundesweite Anzeigenkampagne “Vergessen ist ansteckend” gestartet. Zusätzlich mit Plakaten und einem Internetauftritt soll am Reminders Day (Erinnerungstag) am kommenden Freitag an die Gefährlichkeit der Immunschwächekrankheit erinnert werden. Preisträgerin des ersten deutschen “Reminders Day” am 6. Juli wird die Berliner Künstlerin Irina Pabst sein. Sie organisiert seit acht Jahren die jährlichen große Aids-Gala in der Deutschen Oper Berlin.





