“Ich finde es absolut unverantwortlich, der Bevölkerung zu empfehlen, lasst Haaranalysen machen, alles ganz einfach und preiswert: ‘Wir sagen Ihnen dann wie groß der Mineralstoffmangel ist und wie viele Schadstoffe in ihrem Körper sind und was sie dagegen tun können'”, äußert sich Franz Daschner vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene an der Universität Freiburg gegenüber der Medical Tribune zu dem Thema. Er kenne keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den medizinischen Nutzen von Haaranalysen.
Teure Haaranalysen können von Heuschnupfen geplagten Patienten kaum helfen, ihr Leiden zu lindern, berichtet die Medical Tribune (Nr. 21, S. 3). Zwischen Heuschnupfen und einer unzureichenden Mineralstoffversorgung des Körpers bestehe ein direkter Zusammenhang, meldete die Arbeitsgemeinschaft der Umwelt-Apotheker vor einigen Wochen. In diesem Zusammenhang riet sie Allergiebetroffenen zu einer rund 100 Euro teuren Haaranalyse, um einen eventuellen Mangel festzustellen. Konkrete Belege für diesen Mangel als Ursache für Heuschnupfen konnte die AG der Umweltapotheker jedoch nicht liefern, sagt die Medical Tribune.
Auch Experten, die das Medizinerblatt befragte, halten die Angebote der Umwelt-Apotheken für äußerst unseriös. Beispielsweise bezeichnet Herbert Riechelmann, Arzt an der Universitäts-HNO-Klinik in Ulm, den Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Mineralstoffmangel nach derzeitigem Stand der Wissenschaft als Fantasiegebilde. Es müsse hinterfragt werden, inwieweit es sich bei den alternativen Methoden um Geldschinderei handele. Heuschnupfen gehöre außerdem in ärztliche Behandlung: “Die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus ein Asthma bronchiale entwickelt, beträgt 40 Prozent.”
Cornelia Pfaff





