Der Handel mit Wildtieren und -Pflanzen ist ein lukratives Geschäft: Weltweit werden damit jährlich rund 323 Milliarden Dollar umgesetzt. Das Fatale dabei: Seltene oder gar geschützte Tiere und Pflanzen sind dabei besonders profitabel, weil begehrt und teuer. Schutz soll bedrohten Arten das Artenschutzabkommen CITES bieten. Doch nur wenn eine Tier- oder Pflanzenart in einen der beiden Anhänge dieses Abkommen aufgenommen wurde, ist ihr Handel verboten (Anhang I) oder zumindest beschränkt (Anhang II).
Über Schutz oder Nichtschutz vieler bedrohter Arten wird vom 24. September bis 5. Oktober 2016 auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Johannesburg verhandelt und entschieden. Schon jetzt ist zu erwarten, dass es dabei alles andere als harmonisch zugehen wird, denn bei vielen Anträgen stehen wirtschaftliche Interessen einiger Länder den Naturschutzbemühungen anderer gegenüber. Auf der Tagesordnung stehen diesmal mehr Anträge als je zuvor.
Elefanten: Streit um Elfenbeinhandel
Noch immer grassiert in Afrika die Wilderei von Elefanten. In den letzten Jahren wurden fast 100 Elefanten pro Tag gewildert, allein in Tansania waren es in nur sechs Jahren über 60.000 Tiere. Zwar stehen die grauen Riesen offiziell unter Schutz, der Handel mit Elfenbein ist jedoch bisher nur beschränkt, nicht komplett verboten. Zudem unterminieren zahlreiche Ausnahmen den Elefantenschutz.
Ein Antrag von 29 afrikanischen Staaten fordert nun, jeglichen Elfenbeinhandel zu verbieten und einen einheitlichen Schutz für alle Elefanten zu beschließen. Demgegenüber beantragen Südafrika, Namibia und Simbabwe, alle Beschränkungen für den Handel mit Elfenbein und Elefanten aus ihren Ländern aufzuheben. Streit ist hier vorprogrammiert.
Mehr Schutz für den Löwen
Für den König der Tiere könnte sich – vielleicht – nach der Konferenz einiges zum Besseren wenden. Denn acht afrikanische Länder beantragen den höchsten Schutzstatus für Löwen – eine Folge des Bestandsrückgangs um 43 Prozent in den letzten 21 Jahren. Die westafrikanische Population ist akut vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür ist der Verlust an Lebensraum und Beutetieren, Konflikte mit Viehzüchtern und die Großwildjagd.
„In den letzten Jahren haben sowohl die Trophäenjagd als auch der Handel mit Löwenknochen für die Traditionelle Asiatische Medizin stark zugenommen – eine CITES-Anhang-I-Listung soll dies nun strenger regeln”, berichtet Daniela Freyer von Pro Wildlife. Die EU schlägt darüber hinaus in einer eigenen Initiative vor, die Ausfuhr von Jagdtrophäen zukünftig strenger zu kontrollieren.





