Wie? Wir dachten, Sie als Jeck unter den Tieren kommen jetzt so richtig auf Touren …
Das ist typisch für euch Menschen. Ihr findet das vermutlich saukomisch, wenn ich andere Tiere nachahme. Dabei geht’s für mich ums nackte Überleben.
Kein Scherz?
Mann, wir sind Weichtiere wie die Schnecken. Aber wir haben weder einen Panzer noch ein Häuschen, das uns schützt. Also mussten wir uns was anderes einfallen lassen, um unsere Feinde abzuschrecken. Da sind Vorfahren vor Urzeiten auf den Trick mit der Tarnung gekommen.
Aber andere Tintenfische können keine Rochen oder Seeschlangen nachahmen. Und einen Feuerfisch können Sie auch, oder? Nicht gerade unauffällige Verkleidungen.
Wenn schon, denn schon: Wer will sich schließlich mit einer Seeschlange anlegen, deren Gift zu den gefährlichsten auf der Welt gehört. Und ein Feuerfisch kann sich auch ganz entspannt im Wasser treiben lassen, seine Haut produziert ebenfalls ein fieses Gift. Wenn wir einen auf Feuerfisch machen, schauen unsere Feinde höchstens gierig, halten aber lieber respektvoll Abstand.
Ziemlich raffiniert für einen Verwandten der Schnecken. Aber vermutlich ganz schön anstrengend, diese Mimikry.
Nö, das liegt uns in den Genen.
Ernsthaft: Wie machen Sie das?
Alles klar, ich soll Ihnen unsere Tricks verraten. Vergessen Sie’s – mit Ihrem Nervensystem hätten Sie eh keine Chance, das nachzumachen.
Mal halblang, Sie können ja nicht einmal Farben sehen.
Ihr Schlauberger wieder – und wie schaffen wir es dann, unsere Haut perfekt an die Farbmuster der Umgebung anzupassen, hm?
Das wüsste ich gerne von Ihnen.
Sorry, Betriebsgeheimnis! Aber ich verrate Ihnen, dass wir einen feinen Tastsinn haben, mit dem wir unsere Umgebung erfühlen. Je nachdem, was uns unter die Saugnäpfe kommt, können wir unsere Haut anpassen.





