Die ersten genmanipulierten Schmetterlinge flattern durch ein Labor im US-amerikanischen Buffalo. Sieben Exemplare des afrikanischen Tagfalters Bicyclus anynana tragen in ihrem Erbgut ein zusätzliches Markierungsgen aus einer Quallenart. Die Genveränderung bringt die Augen der Schmetterlinge zum Leuchten, denn das neue Gen trägt die Information für ein Eiweiß, das im UV-Licht fluoresziert. Das berichten die Forscher um die Biowissenschaftlerin Antonia Monteiro in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biological Science.
Das Quallen-Gen sei ein wichtiger erster Schritt für die Erforschung der bunten Insekten gewesen, schreibt Monteiro. Zum ersten Mal sei es gelungen, das Erbgut einer fremden Spezies so in Schmetterlingsembryos zu implantieren, dass die erwachsenen Tiere daraus ein Eiweiß produzieren und das neue Gen auch an ihre Nachkommen weitergeben. Die Wissenschaftlerin hatte für diesen Test das Quallengen ausgewählt, weil das daraus entstehende leuchtende Eiweiß sehr leicht aufgespürt werden kann.
Monteiro und ihre Kollegen wollen ihre Methode jetzt einsetzen, um die auffälligen Flügelmuster der Schmetterlinge zu untersuchen. Von besonderem Interesse sei dabei die Frage, wie Gene reguliert werden und wie vorhandene Gene zu neuen Eigenschaften führen können. Mit ihrem neuen Ansatz können die Forscher nun neue Gene zufällig in verschiedene Bereiche des Schmetterlingserbguts integrieren und testen, wo sie Funktionen erfüllen und wo nicht.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel





