Patienten mit schwarzem Hautkrebs (Melanom) leben mit einer neuen Therapie länger als bisher. Zusätzlich zur obligatorischen chirurgischen Entfernung des Tumors sollten die Patienten mit dem Medikament Interferon alpha 2b behandelt werden, empfiehlt der US-amerikanische Krebsforscher John M. Kirkwood vom University of Pittsburgh Cancer Institute.
Interferon wird bereits seit längerem bei verschiedenen Krebsarten erprobt und angewendet. Jetzt ist die Wirksamkeit des Mittels auch bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom nachgewiesen worden. Kirkwood und seine Kollegen haben in einer großangelegten Studie, die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht worden ist, 880 Patienten nach der Operation ein Jahr lang entweder mit hohen Dosen Interferon oder mit einem Impfstoff behandelt. Resultat: Die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls oder die Wahrscheinlichkeit, an der bösartigen Krankheit zu sterben, sank unter Interferon-Therapie um 33 Prozent, fanden die Forscher heraus.
Der Impfstoff hatte keine derartigen Effekte. Wegen der unerwartet guten Wirkung des Interferons war die Studie vorzeitig abgebrochen worden. Damit sei es das erste effektive Arzneimittel gegen Melanome, so Kirkwood und seine Kollegen. Bisher haben Melanom-Patienten eine äußerst niedrige Lebenserwartung. Wenn die Geschwulst bereits bösartige Zellen in die Lymphknoten gestreut hat, leben nach fünf Jahren nur noch 15 bis 20 Prozent der Patienten. Sind weitere Organe befallen, ist die Prognose noch schlechter. In den USA und Europa hat die Zahl der am Melanom erkrankten Menschen in den letzten Jahren erheblich zugenommen.
Thomas Meißner




