Die erste Gentherapie gegen Alzheimer wurde vor einer Woche an der University of California in San Diego durchgeführt. Durch ein kleines Loch in der Schädeldecke bekam eine 60-jährige Patientin über zwei Millionen ihrer eigenen Zellen injiziert, die zuvor gentechnisch verändert worden waren.
Das in die Zellen eingeschleuste Gen ist für die Bildung eines bestimmten Wachstumsfaktors zuständig. Der Faktor regt andere Gehirnzellen an, den Botenstoff Acetylcholin auszuschütten. Bei der Alzheimerschen sterben die Hirnzellen, die den Wachstumsfaktor normalerweise bilden, nach und nach ab.
In betagten Affen haben ähnliche Therapien nicht nur das Absterben von weiteren Zellen verhindert. Die Gentherapie konnte auch noch lebende, kaum aktive Zellen wieder aktivieren. Die Mediziner hoffen nun, dass die Therapie beim Menschen, den Verlauf der Krankheit wenn nicht rückgängig, dann doch zumindest aufhalten oder verlangsamen kann.
Die 60-jährige Patientin, die an einem Frühstadium der Alzheimerschen Krankheit leidet, erholt sich nun von der Operation. “Wir hoffen in den nächsten drei Monaten sagen zu können, ob die Behandlung erfolgreich war”, sagt der verantwortliche Neurologe Mark Tuszynski. Da die Zellen nur in die rechte Hirnhälfte injiziert wurden, kann die andere Hemisphäre als Vergleich herangezogen werden.
Irina Lorenz-Meyer





