Den ersten Feldversuch mit einem gentechnisch verändertem Insekt plant die amerikanische Regierungsbehörde Animal and Plant Health Inspection Service ( APHIS) für diesen Sommer. Bestückt mit dem Fluoreszenzgen einer Qualle soll die rote Baumwollkapselraupe in bundeseigene Baumwollfelder des US-Staates Arizona entlassen werden, meldet die Nachrichtenagentur Associated Press. Das Leuchtgen soll es den Wissenschaftlern ermöglichen, die Insekten besser zu beobachten.
In dem Versuch sollen 3.600 Motten in einen abgeschirmten Bereich ausgesetzt werden. Wenn alles läuft wie geplant, wollen die Wissenschaftler die nächste Generation der Baumwollmotte ins Feld schicken: eine Variante, die durch gentechnische Veränderungen unfruchtbar gemacht wurde. Die Forscher tauften diese sterile Variante “Terminator”. Da die “Terminator-Motte” trotz Sterilität sexuell aktiv ist, hoffen die Wissenschaftler, dass sie den Fortpflanzungserfolg ihrer wilden Artgenossen mindern wird.
“Wir sind sehr, sehr vorsichtig mit dem was wir tun”, versichert der Leiter des Versuchs, Robert Staten vom US-Landwirtschaftsministerium. Kritiker haben jedoch Bedenken gegenüber den Plänen der Regierung. “Insekten sind extrem unberechenbare Organismen. Sie mutieren und vermehren sich außerhalb jeglicher Kontrolle”, sagt Charles Margulis, Gentechnikgegner und Aktivist bei Greenpeace. Seiner Ansicht nach gebe es keine Garantie dafür, dass ein gentechnisch sterilisiertes Insekt auch steril bleibe.
Die Raupen der Baumwollmotte ? auch rote Kapselraupe genannt ? sind gefürchtete Schädlinge. Sie ernähren sich von den Kapseln der Baumwollpflanzen.
Irina Lorenz-Meyer





