Die Wissenschaftler fanden erhebliche Unterschiede zwischen dem Erbgut der Jäger und Sammler und dem der ersten Bauern. Demnach sei es extrem unwahrscheinlich, dass die eine Gruppe von der anderen abstamme, sagen die Forscher. Trotzdem betrieben später die Menschen in ganz Europa Ackerbau. Die Technik hat sich also über Gruppengrenzen hinweg ausgebreitet. Nicht so das Erbgut, was bedeutet, dass die Gruppen sich nicht vermischten und keine gemeinsamen Nachkommen hinterließen. Dasselbe gilt für moderne Europäer und die Jäger und Sammler: Ihr Erbgut weist so viele Unterschiede auf, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Jäger und Sammler die einzigen Vorfahren der modernen Europäer waren. Die Forscher vermuten, dass es mehrere Einwanderungswellen gegeben hat, im Zuge derer neues genetisches Material nach Mitteleuropa gelangte, wo sich die verschiedenen Kulturen im Laufe der Zeit dann doch vermischten. Die allerersten Bauern waren aber mit großer Wahrscheinlichkeit Zuwanderer.
Für die Forscher ist es sehr schwierig, etwas über die Gruppenstrukturen dieser Menschen zu sagen. Nicht nur ist das genetische Material dünn gesät und es müssen erhebliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um jegliche Kontamination mit heutiger DNA während der Untersuchungen zu verhindern. Solange nur wenige Informationen über das Sozialverhalten und die Ausbildung von Familienstrukturen vorhanden sind, bleiben auch Aussagen darüber, wie viele Individuen sich an der Fortpflanzung beteiligten und so zum Genpool beitrugen, immer ein Stück weit Spekulation, erklären die Wissenschaftler.





