Anfang der 1980er-Jahre staunte die Fachwelt nicht schlecht, als das renommierte medizinische Nachschlagewerk Pschyrembel ein kleines Tier namens Petrophaga lorioti verzeichnete und beschrieb: die Steinlaus. Mit diesem sogenannten Nihilartikel würdigte der Pschyrembel bereits damals den unvergessenen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot. Er hatte den winzigen, Steine verschlingenden Nager 1976 erfunden und in einer grandiosen Grzimek-Parodie im Fernsehen präsentiert. Jetzt ist Loriot, der im vergangenen Jahr gestorben ist, eine weitere wissenschaftliche Ehrung zuteil geworden: Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt am Main hat eine neu entdeckte Spinnenart nach dem Komiker benannt – Otacilia loriot.
Der Arachnologe hatte den zwei Millimeter großen Achtbeiner zusammen mit Kollegen bei einer Expedition in Laos aufgespürt. Das Tier gehört zur Familie der Ameisen-Sackspinnen und ist alles andere als außergewöhnlich. Jäger: „Loriot hat immer das Komische im normalen, alltäglichen Leben gesucht. Da fand ich es passend, eine Spinne nach ihm zu benennen, die keinerlei Besonderheiten zeigt.” Dass er damit goldrichtig liegt, beweist die Reaktion der Familie. Loriots Tochter Susanne von Bülow: „Meinem Vater hätte diese Ehrung sicher gut gefallen.”





