Trumble, Usenko und Kollegen studierten den Ohrpfropf eines 21 Meter großen Blauwalmännchens, das im Jahr 2007 nach der Kollision mit einem Schiff vor Kalifornien verendet war. Anhand der 24 Wachsschichten seines Ohrenschmalzes gehen sie von einem Alter von rund zwölf Jahren aus. Da die Konzentration des Geschlechtshormons Testosteron in den entsprechenden Wachsschichten schlagartig um den Faktor 300 stieg und dann wieder sank, hatte das Tier offenbar erst zwei Jahre vor seinem Tod die Geschlechtsreife erreicht. Etwa zeitgleich scheint der Wal besonders starken Stress erlebt zu haben, was sich aus der Konzentration des Hormons Cortisol ablesen ließ.
Bei den erfassten Schadstoffen zeigte sich hingegen die höchste Konzentration in den Wachschichten aus den ersten Lebensmonaten. Die Substanzen hatte der Wal vermutlich mit der Muttermilch aufgenommen. Auch hier sind in späteren Jahren einige Spitzenwerte erkennbar. Die Gesamtbelastung mit langlebigen organischen Schadstoffen geht überwiegend auf DDT ( Dichlordiphenyltrichlorethan) und seine Abbauprodukte zurück, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Denn bereits Jahrzehnte vor der Geburt des Blauwals, in den 70er-Jahren, war die Verwendung des Pestizids in den USA und in Europa verboten worden.
Fotos: Fotolia; Baylor University





