Eigenartige Gesänge haben französische Forscher bei Delfinen in einem Freizeitpark vernommen. Die Wissenschaftler um Martine Hausberger von der Université de Rennes in Paimpont wollten eigentlich nur herausfinden, welche Geräusche die Meeressäuger nachts machen. Dazu brachten sie in dem Bassin der Tiere Unterwassermikrofone an. Als Hausberger die Aufnahmen auswertete, stellte sie zu ihrer Überraschung fest, dass die Delfine in einer Nacht völlig andere Töne von sich gegeben hatten als sonst. Die Biologin stand zunächst vor einem Rätsel. Schließlich fand sie heraus, dass die Geräusche aus einer Klangcollage stammten, die tagsüber ertönte, wenn die Delfine vor Touristen Kunststücke vorführten. In dieser Collage kamen auch Walgesänge vor – und die hatten die Delfine exakt kopiert. Das war umso erstaunlicher, als die Tiere in Gefangenschaft aufgewachsen waren und nie echte Walgesänge gehört hatten.
Die Wissenschaftler spekulieren jetzt, dass die Imitation der Gesänge mit einer Verarbeitung der Ereignisse am Tag zu tun hat. Da die Walgesänge vor allem dann reproduziert wurden, wenn sich die Delfine ausruhten oder schliefen, könnte es sogar bedeuten, dass die Tiere geträumt hatten. Das will Hausberger jetzt mit EEG-Aufnahmen des Gehirns überprüfen.





