Wollen Manager unbequeme Nachrichten verkünden, ohne sich selbst zu schaden, beginnen sie ihren Vortrag am Besten mit Humor. “Die führenden Management-Gurus werden nie von der Bühne gebuht, sondern gewinnen positive Zuhörer-Reaktionen mit einem starken Gutfühl-Faktor”, erklärt David Greatbatch vom Londoner King’s College. Der Soziologe ist der Frage nachgegangen, warum manche Manager erfolgreich bleiben, obwohl sie Nachrichten überbringen, die ihr Publikum eigentlich nicht hören will. Die Ergebnisse der Untersuchung teilte jetzt der britische “Rat für Ökonomische und Soziale Studien” mit.
Aus früheren Studien weiß man, dass auch die meisten Politiker sich die Gunst des Publikums erhalten, indem sie in kurzen Abständen ihre Zuhörer gezielt zum Applaudieren bringen. Um zu sehen, ob die “Grammatik des Überzeugens” von Manager-Gurus der von Politkern gleicht, hat Greatbatch und zusammen mit Kollegen Vorträge besucht oder Videos angeschaut, auf denen erfolgreiche Manager vor Kollegen reden.
Dabei beobachteten sie, dass auch bei inhaltlich unangenehmen Beiträgen oft heiter gelacht wird. “Das Lachen ist nicht etwa eine spontane Reaktion”, erklärt der Forscher “Vielmehr gibt der Manager vor, wann für das Publikum ein Lachen angemessen ist.” Als Methode nutzen die Redner sprachliche und nicht sprachliche Aktionen: So machen die Redner etwa eine übertriebene, ironische oder witzige Geste, oder zeigen selbst in ein breites Lachen. Durch die fröhliche Stimmung fühlen sich die Zuhörer einem inneren Zirkels zugehörig, der mit dem Redner eine gemeinsame Sicht auf die Lage der Dinge teilt, erklärt der Forscher.
Andreas Wawrzinek




