Im vergangenen Jahr startete Wamelink eine neue Versuchsserie. Er und seine Kollegen bauten zehn verschiedene Gemüse- und Getreidesorten an, unter anderem Tomaten, Bohnen, Roggen, Rucola sowie Rettiche – und konnten eine größere Ernte einfahren als bei ihrer ersten Versuchsreihe. Der Grund: “Wir haben statt kleinen Töpfen Beetkästen verwendet und dem Mars- und Mond-Bodenimitat organisches Material zugesetzt: frisches Gras”, erklärt Wamelink. Das löste auch das Problem, dass die Pflanzen ausreichend Wasser bekamen. Außerdem fügten die Wissenschaftler Jauche als Dünger bei.
Guter Boden auf dem Mars
Durch die Nachbesserungen wuchsen nun auch auf dem Mond-Substrat Pflanzen. Zudem: Verglichen mit einer Kontrollgruppe Pflanzen, die Wamelink in regulärer Erde anbaute, zeigte sich bei den Gewächsen auf Mars-Boden kaum ein Unterschied. Sie wuchsen ähnlich gut. “Das hat uns wirklich überrascht”, sagt Wieger Wamelink.
Obwohl die Forscher essbare Bodenfrüchte geerntet haben, verzehrten sie das Gemüse lieber nicht. “Die Böden enthalten Schwermetalle wie Blei, Arsen und Quecksilber.” Und diese Substanzen könnten in die geernteten Früchte gelangen “und sie giftig machen”. Deshalb wollen Wamelink und seine Kollegen in einem Folgeprojekt herausfinden, wie sich das Schwermetall-Problem lösen lässt.
Die Pflanzen bauten die Forscher in Gewächshäusern unter erdähnlichen Bedingungen an. “Wir gehen davon aus, dass die ersten Kulturpflanzen auf dem Mars wahrscheinlich in unterirdischen Räumen gezogen werden, um sie vor der feindlichen Umgebung und der kosmischen Strahlung zu schützen”, so Wamelink.





