Forscher an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg wollen die körpereigene Immunabwehr gegen Viren stärken. Dabei wollen sie das Erbgut von Bakterien nutzen.
Nach einer Virusinfektion heißt es: wer ist schneller? Kann sich der Eindringling rascher vermehren als das Immunsystem reagieren kann oder umgekehrt? Die körpereigene Abwehr braucht normalerweise ein paar Tage, um sich gegen die Vireninvasion zu formieren. Können sich in dieser Phase die Erreger schnell vermehren, kommt es zu ersten Krankheitssymptomen oder im Extremfall gar zu lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Ulf Dittmer vom Institut für Virologie und Immunbiologie in Würzburg und seine Kollegen wollen die körpereigene Abwehr auf Trab bringen. Dazu nutzen sie bestimmte Nukleinsäure-Strukturen von Bakterien (CpGs), die das Immunsystem von Säugetieren aktivieren. So entwickeln Mäuse nach Infektion mit einem Retrovirus keinen Blutkrebs mehr, wenn ihnen kurz nach der Infektion CpGs injiziert werden. Offensichtlich beschleunigten die CpGs die Immunabwehr gegen das Virus derart, dass sich eine Krankheit gar nicht erst entwickeln könne, so Dittmer.
Wie genau es zu diesem Effekt kommt, will er nun mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft herauskriegen. An Mäusen sollen Therapieverfahren entwickelt werden, die in absehbarer Zeit auch am Menschen getestet werden können. Ziel ist eine Verbesserung der Therapie bei Viruserkrankungen.
Dr. Thomas Meißner





