Frauen brauchen sich wegen einer operativen Entfernung der Gebärmutter keine Sorgen um ihr Sexualleben zu machen: Entgegen häufiger Befürchtungen nimmt die sexuelle Zufriedenheit nach der Operation nämlich nicht ab, sondern zu. Das fanden niederländische Forscher in einer Studie heraus, in der sie knapp 400 Frauen nach der Qualität ihres Sexuallebens vor und nach einer so genannten Hysterektomie befragten. Die Ergebnisse der Studie stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Medical Journal vor (Bd. 327, S. 774).
Für viele Frauen ist die Gebärmutter ein Symbol für Weiblichkeit. Sie sehen in ihr eine Quelle von Kraft und Vitalität, die ihre Jugend und Attraktivität erhält. Aus diesem Grund befürchten viele Patientinnen, eine Entfernung des Uterus könnte ihr sexuelles Wohlbefinden und ihre Anziehungskraft negativ beeinflussen. Aber auch Mediziner sind sich nicht sicher, inwieweit die Hysterektomie die sexuelle Empfindsamkeit verändert, da durch die Operation verschiedene Nervenverbindungen zerstört werden und die gesamte anatomische Anordnung der Beckenorgane verändert wird.
Die Wissenschaftler um Jan-Paul Roovers von der Universität Utrecht können nun zumindest teilweise Entwarnung geben: Fast alle der von ihnen befragten Probandinnen berichteten sechs Monate nach der Operation über eine deutliche Verbesserung ihres Sexuallebens. Viele sexuelle Probleme seien verschwunden und auch der Genuss habe sich gesteigert, gaben die Patientinnen an. Dabei kam es nicht darauf an, ob die Gebärmutter vollständig oder nur teilweise entfernt worden war und ob die Operation durch die Vagina oder mithilfe eines Bauchschnittes erfolgt war.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





