Von einem ähnlichen Mechanismus ging man bisher auch im Fall der Schirmbewegungen von Quallen beziehungsweise den schlängelnden Bewegungen der Neunaugen aus. Es war bereits bekannt, dass die Fortbewegungsweise dieser skurrilen Wesen extrem energiesparend ist. Die Ergebnisse der Forscher um John Dabiri von der Stanford School of Engineering geben nun neue Hinweise auf das Geheimnis hinter dieser enormen Effizienz.
Winzige Glaskügelchen offenbaren die Sog-Technik
Um die Wasserdynamiken beim Schwimmverhalten von Quallen und Neunaugen aufzudecken, nutzten die Forscher ein raffiniertes System: Sie ließen die Tiere in Versuchs-Tanks schwimmen, in deren Wasser winzige hohle Glaskügelchen schwebten. Deren Bewegungen im Zusammenhang mit den tierischen Verursachern konnten die Wissenschaftler durch Lasertechniken genau erfassen. Mit den Daten entwickelten sie dann präzise Modelle dazu, was genau mit dem Wasser passiert, wenn sich eine Qualle oder ein Neunauge durch dieses hindurch befördert.
Video einer schwimmenden Qualle. Die Farben markieren die Bewegungsrichtungen des strömenden Wassers. Credit : Brad Gemmell
Ihre Auswertungen belegten: Quallen verursachen durch ihre Bewegungen Unterdruckzonen in bestimmten Bereichen um ihren Körper. Zu diesen Zonen strömt dann das Wasser aus dem Bereich der Schwimmrichtung des Tieres. Dadurch entsteht letztlich eine nach vorn gerichtete Kraft, die das Tier gleichsam durchs Wasser saugt. Ein ähnliches Grundkonzept zeichnet auch die Fortbewegung der Neunaugen aus, berichten Dabiri und seine Kollegen. Bei den Bewegungen der aalartigen Fische entstehen in den „Kurven” ihres Körpers Unterdruckbereiche, die den Körper des Tiers nach vorn ziehen. Den Forschern zufolge handelt es sich bei diesen Effekten um das maßgebliche Element der Fortbewegung der beiden Wesen. „Unsere Versuche zeigen, dass Quallen und Neunaugen sich tatsächlich vorwärts saugen statt zu schieben, wie man bisher annahm”, resümiert Dabiri.





