Mit einer Hirnspülung gelingt es Ärzten am Hospital in Bristol offenbar, Frühgeborenen mit einer Hirnblutung vor späteren Schäden zu bewahren. Hirnblutungen und eine oftmals dadurch verursachte “Cerebralparese” – Störungen in den Bewegungen aufgrund von Hirnschäden – gehören zu den möglichen Komplikationen bei Frühgeburten.
Die Kinderärzte Andrew Whitelaw und Ian Pople haben nun in besonders schweren Fällen das Gehirn von betroffenen Kindern gleichsam vom Blut freigewaschen und konnten die Kinder so vor Spätschäden bewahren. Dazu legten sie ein Zufluss für Flüssigkeit an der rechten vorderen Seite des Kopfes an und einen Abfluss auf der linken hinteren Seite. Zur Spülung nutzen die Ärzte eine der natürlichen Hirnflüssigkeit nachempfundenen Substanz, angereichert mit einem Gerinnsel lösenden Medikament.
Erst vor kurzem haben die Ärzte die Behandlung eines drei Monate zu früh geborenen Mädchens abgeschlossen. Nachdem das Mädchen eine Hirnblutung erlitten hatte, waren seine Hirnkammern bedrohlich angeschwollen. Die Ärzte hielten daraufhin das Risiko einer Hirnspülung für geringer als die möglichen Folgen einer Nichtbehandlung.
Das Gehirn des Mädchens wurde mehrere Tage lang umspült. Mittlerweile ist das Mädchen, das ordentlich an Gewicht zugelegt hat, wohlauf und die Ärzte erwarten keine Folgeschäden. Insgesamt 21 Neugeborenen wurden bisher auf diese Weise behandelt, von denen eines während der Behandlung gestorben ist.
Andreas Wawrzinek





