Der Ausstoß von Trichlorfluormethan (FCKW-11) wurde 2010 im Rahmen des Montreal-Protokolls weltweit verboten, denn der früher als Kältemittel und Treibgas verwendete Stoff gilt als „Ozonkiller“. In der polaren Atmosphäre setzt er Chlorradikale frei und trägt so zum Abbau der Ozonschicht bei. Trotz des Verbots wurde jedoch ein Anstieg der FCKW-11-Emissionen seit dem Jahr 2013 festgestellt. Luftmessungen und weitere Recherchen ergaben, dass im Nordosten Chinas von 2012 bis 2019 bis zu 100.000 Tonnen der ozonabbauenden Verbindung bei der Produktion von Isolierschäumen freigesetzt wurden. Die chinesischen Behörden wurden informiert und ihren Angaben zufolge kam es zu Verhaftungen, Materialbeschlagnahmungen und dem Abriss von Produktionsanlagen.
Hat es etwas gebracht?
Ob sich die Emissionen des Trichlorfluormethans dadurch aber tatsächlich verringerten, haben nun zwei internationale Forscherteams um Sunyoung Park von der Kyungpook National-Universität in Südkorea und um Stephen Montzka von der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) geprüft. Sie untersuchten zunächst, ob sich die Emissionen auf regionaler Ebene in den chinesischen Provinzen Shandong und Hebei verändert haben. Dazu verglichen sie die von koreanischen und japanischen Messstationen ermittelten FCKW-11-Konzentrationen mit Computermodellen, die den Transport von FCKW-11 durch die globale Atmosphäre simulieren. Zudem kontrollierten die Teams die globalen Daten mithilfe eines weiteren Computermodells. Dieses berechnet die Veränderung der Emissionen, die erforderlich ist, um mit den beobachteten globalen FCKW-11-Konzentrationen übereinzustimmen.
Es zeigte sich, dass die FCKW-11-Emissionen dramatisch zurückgegangen sind. Insgesamt sanken sie zwischen 2017 und 2019 sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene jährlich um rund 10.000 Tonnen. Damit ist der Rückgang vergleichbar oder sogar größer als der ursprüngliche Anstieg in den Jahren 2012 bis 2017, schätzen die Wissenschaftler. „Die Ergebnisse sind eine sehr willkommene Nachricht und markieren hoffentlich das Ende einer beunruhigenden Periode offensichtlicher Regelverstöße“, resümiert Co-Autor Luke Western von der University of Bristol. „Wären die Emissionen auf den von uns vor zwei Jahren gefundenen signifikant erhöhten Werten geblieben, hätte sich die Erholung der Ozonschicht möglicherweise um viele Jahre verzögert. Da FCKW-11 außerdem ein starkes Treibhausgas ist, trugen die illegalen Emissionen in einem Ausmaß zum Klimawandel bei, das mit den CO2-Emissionen einer Millionenstadt vergleichbar ist“, betont der Forscher.






