Elektrogeräte sind Ressourcenfresser: Ihre Produktion verbraucht wertvolle Rohstoffe und Energie und ihre Entsorgung belastet vielfach die Umwelt. Zwar sollen die Geräte deshalb eigentlich recycelt und umweltgerecht entsorgt werden, doch wie Forscher festgestellt haben, funktioniert die Entsorgung nicht einmal in der EU, geschweige denn weltweit. Zwei Drittel der entsorgten Geräte und Elektronik werden illegal exportiert, landen im normalen Müll oder werden gestohlen.
Forscher des Öko-Instituts und der Universität Bonn haben nun im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) untersucht, wie lange deutsche Verbraucher Elektrogeräte nutzen und ob es Hinweise darauf gibt, dass Hersteller ihre Produkte gezielt weniger haltbar machen. Diese sogenannte Obsoleszenz kann beispielsweise erreicht werden, indem man bewusst Schwachstellen einbaut, die schon nach kurzer Nutzung verschleißen oder das Gerät anderweitig funktionsuntüchtig machen.
Mehr Defekte, aber keine Obsoleszenz?
Doch die Ergebnisse zeigen, dass nicht allein die Hersteller verantwortlich gemacht werden können. Bei Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken ist der Anteil der Geräte zwar gestiegen, die schon in den ersten fünf Jahre wegen eines Defekts ersetzt werden mussten. In den letzten zehn Jahren von 3,5 auf 8 Prozent, so die Studie. Bei rund einem Drittel der Verbraucher sorgt dies auch für Unmut.
Hinweise auf eine Obsoleszenz seitens der Hersteller wurden zwar nicht gefunden. Beispiele für eine schon im Gerätedesign eingebaute Lebenszeitbegrenzung gibt es aber durchaus. Ein Beispiel sind einige Tintenstrahldrucker, die nach einer Zeit nicht mehr funktionieren, weil eine Art Resttinten-Aufnahme voll ist. Auch Handys oder elektrische Zahnbürsten mit einem nicht austauschbaren Akku zwingen dazu, vorzeitig ein neues Gerät zu kaufen.
Es muss immer das Neueste sein
Aber: Auch wir Verbraucher sind schuld. Denn selbst bei den Haushaltsgeräten war bei immerhin einem Drittel der Fälle nicht ein Defekt der Grund für einen Neukauf, sondern der Wunsch nach einem neuen, besseren Gerät. Und bei Unterhaltungselektronik sieht dies noch extremer aus: Vom Smartphone über das Notebook bis zum Flachbildfernseher werden viele Geräte ersetzt, obwohl sie noch völlig intakt sind.
“60 Prozent der Fernsehgeräte wurden bereits nach fünf bis sechs Jahren ausgetauscht, obwohl sie noch funktionierten”, sagt Oehme. Und immerhin 42 Prozent der Verbraucher kaufen alle zwei Jahre ein neues Handy – nicht weil das alte kaputt ist, sondern weil sie das so wollen. Einer der Gründe dafür: Gerade bei Fernsehern, Computern oder Smartphones sind die Zyklen, in denen neue Modelle und Technologien auf den Markt kommen, sehr kurz. Als Folge wächst die Neigung, sich immer wieder neue Geräte zu kaufen – egal wie gut das alte noch funktioniert.





