Dickhäuter warnen Artgenossen über große Entfernungen
Bei einer Löwenattacke warnen Elefanten ihre kilometerweit entfernten Artgenossen über Bodenerschütterungen. Durch Stampfen und Schreien bei tiefen Frequenzen erzeugen die attackierten Dickhäuter Bodenwellen, die in über 30 Kilometer Entfernung noch spürbar sind, berichtet die Biologin Caitlin O´Connell-Rodwell von der Stanford Universität im Fachmagazin “Journal of the Acoustical Society of America”.
“Elefanten können wahrscheinlich über weit größere Distanzen miteinander kommunizieren, als wir bisher dachten”, sagt O´Connell-Rodwell. Bekannt war lediglich, dass Elefanten Warnrufe bei idealen Wetterbedingungen noch in zehn Kilometer Entfernung hören.
Dieser Sinn für Erschütterungen könnte einige bisher mysteriöse Verhaltensweisen der Dickhäuter erklären, glaubt O´Connell-Rodwell. So berichteten Parkwächter aus Südafrika, dass bei der Elefantenjagd aus Hubschraubern Tiere am andern Ende des Wildparks aus ungeklärten Gründen nervös wurden. Auch ist bekannt, dass Elefanten in Namibia dem Regen entgegenlaufen, der 160 Kilometer entfernt in Angola niedergeht. “Vielleicht spüren die Tiere die Donnerschläge in Angola über Bodenwellen”, so O´Connell-Rodwell.
Die Forscher gehen davon aus, dass die Tiere die feinen Erschütterungen über ihre Füße wahrnehmen. Diese Vibrationen leiten die Tiere entweder über das Skelett an das Innenohr weiter, oder sie tragen direkt in den Füßen vibrationsempfindliche Organe, vermutet O´Connell-Rodwell.
Marcel Falk





