„Mittlerweile haben wir in der Antarktis ein veritables Müllproblem”, stellt Hans-Ulrich Peter von der Universität Jena fest. Der Ökologe hat mit seinem Team im Auftrag des Umweltbundesamts einen Bericht zur Umweltsituation in der südlichen Polarregion verfasst. Danach kann dort von unberührter Natur keine Rede mehr sein. Als Beispiel führt Peter die Fildes-Halbinsel auf King George Island an, rund 120 Kilometer vor dem antarktischen Kontinent. Dort befindet sich eines der größten eisfreien Gebiete der Antarktis mit einer relativ großen Biodiversität. Aus diesem Grund gibt es hier auf engem Raum sechs Forschungsstationen, deren Hinterlassenschaften dem Wissenschaftler Sorgen bereiten: Überreste von Versuchsaufbauten, ungenutzte Feldhütten und vor allem Müll mit Gefahrgütern wie Chemikalienresten, alten Ölfässern und Fahrzeugbatterien. Dazu kommen durch Bautätigkeiten verursachte Schäden an der Vegetation, die sich wegen der extremen klimatischen Bedingungen nur sehr langsam regenerieren kann. Nicht zuletzt haben Expeditionsgruppen fremde Pflanzen, Insekten und andere Tiere eingeschleppt, die das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen. „Wenn es kein grundlegendes Umsteuern gibt”, befürchtet Peter, „werden sich diese negativen Umwelteinflüsse in den kommenden Jahren noch verstärken.”





