Eine Störung des Eisenstoffwechsels in einem kleinen Teil des Gehirn verursacht Migräneattacken und starke Kopfschmerzen. Die so genannte Periaqueductale graue Substanz, kurz PAG, kontrolliert beim gesunden Menschen den Schmerz. Bei Patienten, die unter Migräne oder periodisch wiederkehrenden Kopfschmerzen leiden, verringert das Zentrum die Schmerzempfindung nicht.
Bei einem Migräneanfall aktivieren Auslöser wie Stress die PAG. Ihre Funktion ist jedoch gestört und der Schmerz trifft den Patienten ungehindert. Manche Faktoren führen sogar zur Aktivierung von Teilen des Gehirns, die sonst nicht aktiviert werden.
Der Grund für die Funktionsstörung des PAG liegt nach Meinung der Forscher um den Neurophysiologen Michael Welch vom medizinischen Zentrum in Kansas in seinem Eisenstoffwechsel. Daher untersuchten sie die Konzentration von Eisen in diesem Teil des Gehirns. Die Eisenwerte von Versuchspersonen mit Migräneanfällen oder periodisch wiederkehrenden Kopfschmerzen waren viel höher als bei Menschen ohne Kopfschmerzen. Je länger der Schmerz andauerte, desto höher war der Eisenspiegel in der PAG. Die Konzentrationsänderungen von Eisen scheinen die Aktivität der Nervenzellen widerzuspiegeln, so die amerikanischen Wissenschaftler.
Dadurch wird das Gleichgewicht für Eisen-Ionen beeinträchtigt und es kommt zu Störungen oder Beschädigungen der Nervenzellen. Die Ablagerungen von Eisen infolge von regelmäßigen starken Kopfschmerzen oder Migräneanfällen verstärken diese Fehlfunktion – es entsteht ein Teufelskreis. Daher ist eine schnelle Behandlung und die Vorbeugung weiterer Attacken eine wichtige Maßnahme gegen Migräne.
Heike Heinrichs





