Indem der Wirkstoff von Marihuana, THC, in das Netz der Hormone eingreift, verstärkt er die sexuelle Begierde ? zumindest bei Rattenweibchen. Über entsprechende Versuche berichten Forscher in den “Proceedings” der amerikanischen Nationalen Wissenschaftsakademie (Bd. 98, S. 1249).
Bei Nacht spritzten die Wissenschaftlerin Shailaja Mani und ihre Kollegen vom Baylor Medizin- Kolleg in Houston Rattenweibchen THC. Die unter Drogen stehenden Weibchen setzten sie dann zu begattungswilligen Männchen in einen Plastikbehälter. Besprang ein Männchen eine Rattendame, hielten die Forscher Ausschau nach dem sogenannten “Lordosis Verhalten”: Gibt eine Rattendame ihrem Verehrer nach, präsentiert sie ihm ihre Genitalien und klammert sich mit allen vier Füßen auf dem Boden fest.
Unter Drogen gaben sich die Weibchen öfter den Männchen hin, allerdings nur, wenn der Signalweg des Botenstoffs Progesteron offen blieb: Blockierten die Forscher dieses Hormon, hatten die Rattendamen trotz THC keine Lust. Auch bei zu hohen Dosen an THC schwand das Verehrerglück: Die Weibchen waren so beduselt, dass sie sich nicht mehr hingeben konnten.
Marcel Falk





