Eine einzige “Nase” Kokain hat eine intensiverer und länger andauernde Wirkung auf das Gehirn, als bisher angenommen wurde. Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, San Francisco, fanden heraus, wie die illegale Droge die Signalübertragung zwischen bestimmten Neuronen im Gehirn verändert. Die neuen Erkenntnisse gehen laut der Forscher um Antonello Bonci weiter als die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen. Die Wissenschaftler glauben, dass diese Studie neue Anhaltspunkte liefert, warum Menschen abhängig werden.
Das Team um Bonci beobachtete an Mäusen, denen sie eine Dosis Kokain injiziert hatten, dass ab dem ersten Kontakt mit der Droge Verbindungen zwischen Neuronen verstärkt werden. Diese über Stunden oder gar Tage anhaltende Verstärkung der synaptischen Übertragung nennt man Potenzierung. Normalerweise kommt dies beim Lernen und Speichern von Erinnerungen im Gehirn vor.
Laut der in Nature veröffentlichten Studie, ist diese Potenzierung noch bis zu eine Woche nach dem Kokainkonsum beobachtbar ? allerdings in einer anderen Gehirnregion als der beim Lernen aktivierten. Dieser Prozess vollzieht sich in dem Teil des Gehirnes, der für ein gesteigertes Verlangen zuständig ist. “Du glaubst, Du bekommst zwei Stunden Vergnügen, aber für eine Woche bist Du gefährdet, mehr Kokain zu wollen”, sagte Bonci gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
“Die Studie ist die erste Demonstration einer direkten funktionalen Änderung als Konsequenz des Drogenmissbrauchs”, so Bonci. “Es gab bisher keinen Beweis dafür, dass eine einzelne Dosis Kokain eine so große Wirkung auf das Gehirn und in einem so wichtigen Gebiet hat”, sagte Mark Ungless aus Boncis Team. “Die meisten Menschen, die Kokain konsumieren, werden überrascht sein, dass die Wirkung so lange andauert.” Ungless betonte zudem, dass der Umfang von Auswirkung der Droge auf das Gehirn weitaus größer war, als sie erwartet hatten.
Nicole Waschke





