Auch wenn die Gegend auf den ersten Blick ursprünglich, beinahe jungfräulich scheint, sind doch auch hier Spuren unseres Tuns zu sehen. Es ist keine menschenleere Gegend. Die Bewohner des Landstrichs führen ein bescheidenes aber keineswegs ärmliches Dasein im Wechsel von Regen- und Trockenzeiten. Der Wald und der Tiger sind Teil ihres Alltags.
Heute schätzt man, dass es noch etwa 400 Tiger hier gibt. Obwohl es niemand genau sagen kann, denn Tiger lassen sich noch schwerer zählen als andere Wildtiere.
Auf Sumatra zeigt sich aber auch, dass ein Zusammenleben von Mensch und Tiger im Prinzip möglich ist. Der gestreifte Jäger zieht Wildtiere als Beute vor und lässt Vieh und Dorfbewohner in Ruhe.
Jetzt gilt es, die verbliebenen Populationen und ihre Inseln, ihre Lebensräume und ihre Beutetiere zu erhalten. Und selbst im fernen Deutschland kann jeder etwas für den Tigerschutz tun. Etwa, in dem er bewusster einkauft. Wer zum Teufel braucht Gelierzucker mit Palmöl? Es ist gar nicht einmal viel Aufwand und kein Verlust an Lebensqualität, auf Produkte mit Palmöl zu verzichten …
Solche Gedanken kommen einem, wenn sich das Boot wieder in Richtung der Basis schiebt und der Dschungel sein Lied dazu singt. Irgendwo da zwischen den Blättern sitzt vielleicht ein Tiger und hat ein Auge auf uns geworfen.

Fotos Ida Vincent/ Peter Laufmann/ Biosphere Expeditions





