In einem Liter Benzin steckt eine Pflanzenmasse von rund 23 Tonnen, die über Millionen von Jahren hinweg durch Druck und Hitze zu Erdöl wurde. Das hat ein Wissenschaftler der Universität von Utah ausgerechnet. Seine Berechnungen präsentiert er im Fachmagazin Climatic Change (Bd. 61, November 2003).
Seit dem Jahr 1751 zu Beginn der industriellen Revolution hat die Menschheit so viele fossile Brennstoffe verbraucht, wie in 13.300 Jahren auf der gesamten Erde an Pflanzenmasse nachwachsen. Zu diesem Ergebnis kommt Jeff Duke bei der Berechnung des in Kohle, Erdgas und Erdöl enthaltenen Kohlenstoffs. Bei der Bildung dieser Brennstoffe aus Pflanzenmasse ging viel vom ursprünglich vorhandenen pflanzlichen Kohlenstoff verloren: So endete nur etwas weniger als ein Zehntausendstel des Kohlenstoffs aus den pflanzlichen Ablagerungen als Erdöl.
Für die Herstellung von Benzin macht Duke folgende Rechnung auf: Um einen Liter Benzin herzustellen, benötigt man etwa 1,3 Kilogramm Erdöl. Dieses besteht zu 85 Prozent aus Kohlenstoff, 1,3 Kilogramm Erdöl enthalten also 1,1 Kilogramm Kohlenstoff. Da nur etwas weniger als ein Zehntausendstel des Kohlenstoffs der ursprünglichen Pflanzen später im Erdöl landet, stehen ungefähr 11,8 Tonnen pflanzlichen Kohlenstoffs den 1,1 Kilo Kohlenstoff im Erdöl gegenüber. Pflanzen bestehen wiederum etwa zur Hälfte aus Kohlenstoff. Ein Liter Benzin entsteht also aus ursprünglich rund 23 Tonnen Pflanzenmasse.
Fossile Brennstoffe könnten als Lagerstätten von Sonnenergie betrachtet werden, die durch Photosynthese in nutzbare Biomasse umgewandelt wurde, so Duke. Seine Berechnungen zeigten, wie ineffizient bei der Bildung fossiler Brennstoffe die Umwandlung der ursprünglichen Sonnenenergie in den Brennstoff sei. Moderne Verfahren der Energiegewinnung aus Sonne und Wind seien in dieser Hinsicht wesentlich effizienter.
ddp/bdw ? Katharina Vogelmann





