Hornissen, die wie Bienen ihren Nachwuchs in Waben großziehen, kleben an das Dach jeder Wabe ein kleines magnetisches Kristall. Das fand Jacob Ishay von der israelischen Tel Aviv-Universität zusammen mit Kollegen heraus. Die Forscher berichten über ihren Fund im Fachmagazin “Nature” (Vol. 411, S. 654).
Wofür die von ihnen untersuchten Hornissen (Vespa orientalis) beim Wabenbau die Kristalle nutzen, ist den Forschern jedoch unklar. Sie könnten den Insekten als eine Art Wasserwage dienen, um die Waben gleich auszurichten, vermuten die Forscher.
Ebenfalls unklar ist, woher die Hornissen die Kristalle haben. Sie bestehen vor allem aus Titan, Eisen und Sauerstoff ? ähnlich dem Titan-Eisenerz Ilmenit, das auch von Menschen in technischen Anwendungen genutzt wird. Möglicherweise sammeln die Insekten die Kristalle in der Umgebung ein und kleben sie dann mit Speichel an das Wabendach. Denkbar ist aber auch, dass die Hornissen die Kristalle in ihrem Körper herstellen.
Andreas Wawrzinek





