Fettabsaugen verbessert nicht nur die Figur, sondern könnte in Zukunft sogar das Material für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefern: Nach den Ergebnissen amerikanischer Wissenschaftler können im Fettgewebe enthaltene so genannte Stroma-Zellen nämlich helfen, neue Blutgefäße zu bilden und so die Sauerstoffversorgung im Körper zu verbessern. Das berichtet das Forscherteam um Jalees Rehman von der Universität von Indiana in der Fachzeitschrift Circulation (Online-Ausgabe vom 2. März).
Die von den Wissenschaftlern verwendeten Stroma-Zellen sind unreife Fettzellen und haben nach Angaben der Forscher ähnliche Eigenschaften wie Stammzellen. Wie “intelligente Fabriken” können sie feststellen, ob unter bestimmten Bedingungen neue Blutgefäße benötigt werden, und beginnen dann mit der Produktion spezieller Eiweißstoffe, so genannter Wachstumsfaktoren. Besonders aktiv sind die Zellen bei Sauerstoffmangel, wie er beispielsweise bei Menschen mit einem schwachen Kreislauf und schlechter Durchblutung vorliegt. Während gesunde Menschen blockierte Arterien durch die Bildung neuer Blutgefäße kompensieren können, fehlt Herz-Kreislauf-Patienten häufig diese Fähigkeit.
Eine Behandlung mit Stroma-Zellen könnte diesen Mangel möglicherweise ausgleichen, hoffen die Forscher. Anstatt einen Patienten mit Durchblutungsstörungen mit einzelnen Wachstumsfaktoren zu behandeln, könnten ihm an strategischen Stellen eigene Stroma-Zellen eingesetzt werden, erklärt Rehman. Würde dieser Mensch dann beispielsweise regelmäßig Treppen steigen, erhöhe sich der Sauerstoffbedarf des Herzens und die Stroma-Zellen würden beginnen, Wachstumsfaktoren zu produzieren. Mit der Zeit könnten sich dabei neue Blutgefäße bilden, die das Herz und die Muskeln mit ausreichend Sauerstoff versorgen.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





