Das Herz eines Tigerpythons (Python molurus) vergrößert sich immer, wenn er frisst. Hungert er, verkleinert es sich innerhalb kurzer Zeit wieder. Damit können die Tiere den während der Verdauung erhöhten Bedarf an Sauerstoff decken. Der Herzmuskel legt an Masse zu, indem er vermehrt Muskeleiweiße, so genannte Myosine, bildet. Johnnie B. Anderson von der Universität von Kalifornien in Irvine und seine Kollegen berichten über diese Erkenntnisse im Fachmagazin Nature (Bd. 434, 3. März, S. 37).
Der Tigerpython frisst nur gelegentlich. Hat er ein Beutetier gefangen, verschlingt er dieses im Ganzen. Wie das Forscherteam um Anderson feststellte, wächst das Herz des Pythons dann in nur 48 Stunden um 40 Prozent. Das verbessert die Pumpleistung ernorm und beschleunigt den Stoffwechsel.
Beim Menschen hat intensives und regelmäßiges Ausdauertraining einen ähnlich positiven Effekt auf den Herzmuskel. Er wächst dann innerhalb mehrerer Wochen, also viel langsamer als ein Pythonherz. Sowohl beim Python als auch beim Menschen sind die physiologischen Faktoren, die das Wachstum des Herzens auslösen und steuern, noch weitgehend unbekannt. Die Forscher schlagen vor, diese Mechanismen zunächst bei der Schlange zu untersuchen, da sie dort besonders schnell ablaufen.
ddp/wissenschaft.de ? Sonja Huhndorf





